Prompt-Makros für KMU: Top 20 für Zeitgewinn und klare Kommunikation

Du nutzt ChatGPT – und verlierst trotzdem Zeit?

Du kennst das Muster: Ein Meeting endet ohne Entscheidung. Eine Mail wird dreimal „nachgeschärft“. Eine SOP existiert – aber niemand folgt ihr, weil sie nicht praktisch genug ist. Und irgendwo dazwischen sitzt ChatGPT: mal hilfreich, mal beliebig.

Das Problem ist selten „zu wenig KI“.
Das Problem ist zu wenig Standard.

Prompt-Makros sind keine geheimen Systembefehle. Sie sind kurze, wiederverwendbare Steuerbausteine, die ChatGPT in einen Arbeitsmodus bringen: klarer Rahmen, sauberes Format, prüfbarer Output. Genau das, was KMU in Deutschland, Österreich und der Schweiz brauchen: Tempo ohne Chaos.


Management Summary

Prompt-Makros machen ChatGPT im KMU wiederholbar: gleiche Aufgabe, gleiche Struktur, gleiches Qualitätsniveau. Statt jedes Mal neu zu „prompten“, baust du eine kleine Bibliothek aus 20 Makros für die häufigsten Engpässe: SOPs, Meetings, Mails, Statusberichte, Konfliktkommunikation. Der Effekt ist pragmatisch: weniger Nacharbeit, weniger Abstimmungsschleifen, schnellere Entscheidungen.

3 Kernaussagen

  • Prompt-Makros standardisieren Output: weniger Streuung, mehr Verlässlichkeit.
  • Entscheidend ist Outcome: Zeit sparen, Qualität erhöhen, Fehler senken.
  • Ohne Prüfschritt riskierst du „gut formuliert, aber faktisch schief“.

3 Sofortmaßnahmen

  • Starte mit Top 20 (Tabelle unten) und wähle daraus Top 5 für euer Team.
  • Hinterlege pro Makro: Zweck, Copy/Paste, Use Case, Prüfschritt, Owner.
  • Führt wöchentlich 10 Minuten „Prompt-Review“ ein: 1 Makro verbessern, 1 übernehmen.

Risiko/Stolperfalle: KI klingt sehr überzeugend, auch wenn sie eine Empfehlung abgibt. Gegenmaßnahme: Bei kritischen Outputs immer Annahmen markieren + Plausibilitätscheck + Verantwortlichkeit.


1) Ein Begriff, ein System: Prompt-Makros statt Prompt-Zirkus

Du brauchst keine 95 Kommandos im Kopf. Du brauchst ein Betriebssystem fürs Team: wenige Makros, die jeden Tag ziehen.

Mini-Richtlinie gegen Prompt-Spam (3 Regeln)

  • Kontext zuerst: Rolle, Situation, Input, Ziel.
  • Outcome festnageln: Format, Länge, Empfänger, Deadline.
  • Prüfschritt verpflichtend: Annahmen, Plausibilität, Verantwortliche Person.

Punchline: Ohne Regeln ist KI kein Hebel – sondern Geräusch.

2) Das kostet dich das Ignorieren (KMU-Realität)

Wenn du Prompt-Makros ignorierst, zahlst du nicht mit „weniger KI“. Du zahlst mit Reibung:

  • Zeitverlust: Texte werden iteriert statt produziert.
  • Abstimmungsaufwand: Jeder promptet anders, niemand liefert denselben Standard.
  • Fehler & Nacharbeit: Unklare Annahmen, fehlende Prüfpunkte, Widersprüche.
  • Wissensverlust: Gute Prompts stecken in Köpfen – nicht im System.
  • Entscheidungsstau: Zu viel Text, zu wenig Klarheit, zu wenig Next Steps.

Das ist keine Tech-Frage. Das ist Prozessdisziplin.

3) Top 20 Prompt-Makros (Copy/Paste)

Hinweis: Das sind bewusst „Makros“, nicht „magische Codes“. Sie wirken, weil sie Rahmen + Format + Prüfbarkeit erzwingen.

Makro/CodeZweck (Outcome in 1 Satz)Copy/Paste-BeispielTypischer Fehler (inkl. Guardrail)KMU-Use-Case
GOAL + AUDIENCE + TONEVerhindert „irgendwas“-Antworten durch klare Zielvorgabe.„GOAL: … AUDIENCE: … TONE: sachlich/klar. OUTPUT: …“Fehler: Ziel zu vage. Guardrail: „Erfrage fehlende Infos in max. 3 Fragen.“GF-Update, Team-Ansage, Kundenmail
CONSTRAINTSMacht Output nutzbar (Länge, Ton, No-Go’s).„Constraints: max 120 Wörter, keine Superlative, 3 Bulletpoints, 1 Next Step.“Fehler: Constraints widersprechen dem Ziel. Guardrail: „Nenne Konflikte der Constraints.“Kurze Eskalationsmail, Statusnote
FORMAT: TABLEZwingt Struktur statt Fließtext.„Gib als Tabelle: Thema | Entscheidung | Owner | Termin | Risiko | Prüfschritt.“Fehler: Spalten unklar. Guardrail: „Definiere jede Spalte in 1 Satz.“Projektstatus, Maßnahmenplan
TL;DRVerdichtet auf Entscheidungsreife.„TL;DR: 5 Bulletpoints + 3 Entscheidungen + 3 nächste Schritte.“Fehler: zu wenig Kontext. Guardrail: „Liste offene Annahmen separat.“Management Summary nach Workshop
CHECKLISTMacht Qualität prüfbar (Ja/Nein).„Erstelle 10-Punkte-Checkliste mit Ja/Nein-Kriterien für …“Fehler: schwammige Punkte. Guardrail: „Jeder Punkt messbar (Ja/Nein).“SOP-Freigabe, Mail-Qualität
STEP-BY-STEPWandelt Wunsch in Ablauf mit klaren Übergaben.„Erstelle Schritte mit Owner, Dauer, Input/Output je Schritt.“Fehler: Schritte ohne Owner. Guardrail: „Kein Schritt ohne Verantwortliche Person.“SOP Reklamation, Onboarding
RACIKlärt Rollen, verhindert „macht mal jemand“.„Erzeuge RACI für Prozess X (R/A/C/I).“Fehler: zu viele „A“. Guardrail: „Pro Deliverable genau 1 Accountable.“Prozess „Angebotsfreigabe“
MECESortiert sauber, reduziert Doppelarbeit.„Strukturiere MECE: Kategorien ohne Überschneidung, vollständig.“Fehler: Kategorien doppeln sich. Guardrail: „Markiere Überschneidungen explizit.“Ursachenanalyse Verzögerungen
ISSUE TREEBricht Probleme in prüfbare Teilfragen.„Baue einen Issue Tree für Problem X inkl. Hypothesen.“Fehler: zu viele Äste. Guardrail: „Max 3 Ebenen, dann priorisieren.“Lieferverzug, Qualitätsprobleme
5 WHYSKommt schneller zur Ursache statt Symptombehandlung.„Führe 5 Whys durch und gib 3 Root Causes + Maßnahmen.“Fehler: Warum-Fragen ohne Belege. Guardrail: „Jede Why-Stufe mit Beobachtung/Beispiel.“Reklamationen, Durchlaufzeit
ROOT CAUSE (Ishikawa)Systematisiert Ursachen (Mensch/Methode/Maschine/Material/Milieu).„Erstelle Ishikawa-Diagramm als Liste + Top 5 Ursachen.“Fehler: nur Vermutungen. Guardrail: „Kennzeichne Annahmen vs. Fakten.“Prozessstörungen Produktion/Service
DEPENDENCIESMacht Abhängigkeiten sichtbar, verhindert Blockaden.„Liste Abhängigkeiten, Engpässe, Vorbedingungen + Owner.“Fehler: keine Reihenfolge. Guardrail: „Sortiere nach Kritikalität und Sequenz.“Projektplan, Rollout
DECISION CRITERIAVerhindert Bauchgefühl-Entscheidungen ohne Maßstab.„Definiere 5 Kriterien (Gewichtung 1–5) für Entscheidung X.“Fehler: Kriterien zu weich. Guardrail: „Jedes Kriterium operationalisieren.“Tool-Auswahl, Priorisierung
OPTIONS + COMPAREErzeugt echte Alternativen statt Einbahnstraße.„Gib 3 Optionen, vergleiche nach Kriterien, empfehle 1.“Fehler: Optionen sind Varianten derselben Idee. Guardrail: „Optionen müssen sich strukturell unterscheiden.“Prozessdesign, Team-Regeln
DECISION MATRIXMacht Entscheidungen transparent (Scoring).„Erstelle Matrix: Option | Kriterium | Score | Summe + Empfehlung.“Fehler: falsche Gewichtung. Guardrail: „Zeige Sensitivität: was kippt bei anderer Gewichtung?“Invest/Tool, Dienstleister
PRE-MORTEMFindet Risiken, bevor sie real werden.„Pre-Mortem: Projekt ist gescheitert – 10 Gründe + Gegenmaßnahmen.“Fehler: nur Risiken, keine Maßnahmen. Guardrail: „Zu jedem Risiko: Owner + Frühwarnsignal.“Rollouts, Change, neue SOP
RED TEAM / BLUE TEAMHärtetest + Gegenmaßnahmen in einem.„RED TEAM: angreifen. BLUE TEAM: Guardrails, Tests, Fixes.“Fehler: Red-Team als Stimmung. Guardrail: „Blue-Team muss Tests definieren.“Kritische Kommunikation, Policy
ASSUMPTIONS (LIST/LOCK)Verhindert stilles Raten, macht Unsicherheit sichtbar.„Liste Annahmen. Frage: Welche muss ich prüfen? Locke geprüfte Annahmen.“Fehler: Annahmen bleiben implizit. Guardrail: „Ohne Annahmen kein finaler Output.“Angebote, Projektpläne, Zahlen
CONSISTENCY CHECKSucht Widersprüche, glättet Brüche.„Prüfe Konsistenz: Begriffe, Zahlen, Logik, Ton. Liste Fixes.“Fehler: Check ohne Korrekturen. Guardrail: „Gib konkrete Textstellen + Ersatz.“SOP, Guidelines, längere Mails
TEST CASESPrüft Prozesse an realen Fällen.„Erzeuge 5 Testfälle inkl. Edge Cases + erwartetes Ergebnis.“Fehler: zu „happy path“. Guardrail: „Mind. 2 Edge Cases verpflichtend.“SOP Reklamation, Support-Workflow

4) Drei Stacks, die im KMU fast immer liefern

Du willst nicht 20 Makros „können“. Du willst sie kombinieren.

Stack A: Prozess-Stack (SOP & Durchlaufzeit)

GOAL/AUDIENCE/TONE → STEP-BY-STEP → RACI → TEST CASES → CHECKLIST

Ergebnis: SOP, die nicht nur „beschreibt“, sondern ausführbar wird.

Stack B: Meeting-Stack (Agenda, Entscheidungen, Follow-up)

GOAL → FORMAT: TABLE → DECISION CRITERIA → TL;DR → CHECKLIST

Ergebnis: weniger Meeting-Zeit, mehr Entscheidung, klare Ownership.

Stack C: Risiko-Stack (wenn’s wichtig ist)

ASSUMPTIONS (LIST/LOCK) → PRE-MORTEM → RED/BLUE TEAM → CONSISTENCY CHECK

Ergebnis: weniger peinliche Fehler, mehr belastbare Kommunikation.

5) Sofort-Umsetzung: 30-Minuten-Plan (heute)

0–10 Minuten: Schmerz wählen
• Nimm eine wiederkehrende Sache: Statusbericht, Meeting-Agenda, SOP, Kundenmail.
• Definiere Output: Format + Länge + Empfänger + Deadline.

10–20 Minuten: Makro-Set bauen
FORMAT: TABLE (Struktur)
CONSTRAINTS (Nutzbarkeit)
CHECKLIST (Qualität)

20–30 Minuten: Teamfähig machen
• In eure Bibliothek speichern (Wiki/Notion/OneNote).
• Ergänzen: Use Case + Prüfschritt + Owner.
• Fertig ist nicht „perfekt“. Fertig ist nutzbar.

6) 7-Tage-Mini-Routine (damit es bleibt)

Tag 1: 5 Standard-Outputs sammeln (SOP, Agenda, Protokoll, Mail, Status).

Tag 2: Pro Output 1 Makro-Template definieren (GOAL/FORMAT/CONSTRAINTS).

Tag 3: PRE-MORTEM: Wo scheitert es? Gegenmaßnahmen ergänzen.

Tag 4: TEST CASES: 5 Fälle, davon 2 Edge Cases.

Tag 5: CHECKLIST finalisieren (Ja/Nein-Kriterien).

Tag 6: 10-Minuten Prompt-Review im Team: 1 Makro verbessern.

Tag 7: „Makro der Woche“ als Standard kommunizieren.

7) Stolperfallen – kurz, aber wirksam entschärft

  • „Geheim“-Clickbait: Nenn es „oft übersehen“ und liefere Nutzenbeleg (Use Case + Guardrail).
  • Tool-Fetisch: Kein Makro ohne Outcome, sonst ist es Deko.
  • Prompt-Spam im Team: 3 Regeln (Kontext, Ziel, Prüfschritt) und eine Bibliothek.
  • Halluzinationen/Fehler: Bei kritischen Outputs immer: ASSUMPTIONS + Plausibilitätscheck + Owner.
  • Begriffs-Chaos: Es heißt hier durchgehend Prompt-Makros. Punkt.

Abschluss: Zusammenfassung

Prompt-Makros sind keine „geheimen Codes“, sondern wiederverwendbare Steuerbausteine, die ChatGPT im KMU planbar machen: gleicher Input → vergleichbarer Output. Genau darum geht es: weniger Zufall, weniger Nacharbeit, weniger Abstimmungsschleifen.

In diesem Guide hast du 20 Makros bekommen, die zwei KMU-Hebel stärken: Zeit/Prozess (SOPs, Status, Entscheidungen) und Kommunikation (Meetings, Mails, Führung im Team). Der Kern ist nicht die Menge der Makros, sondern das System dahinter: Rahmen setzen (GOAL/CONSTRAINTS/FORMAT), Methode wählen (Step-by-step, Issue Tree, 5 Whys), Qualität absichern (Assumptions, Consistency, Test Cases).

Wenn du nur einen Schritt mitnimmst: Starte klein. Nimm Top 5 Makros, lege sie als Team-Standard ab (mit Use Case + Prüfschritt + Owner) und etabliere den 30-Minuten-Start plus die 7-Tage-Mini-Routine. Dann wird aus „KI nutzen“ ein Workflow, der trägt.


TL;DR

Du bekommst einen kompakten KMU-Guide: 20 Prompt-Makros, die Output standardisieren, Nacharbeit senken und Team-Kommunikation schärfen – inklusive 30-Minuten-Plan und 7-Tage-Routine.

Exec-Checkliste (Publishing & Rollout)

  • Wähle Top 5 aus der Tabelle für deinen Alltag (Start klein).
  • Lege eine Prompt-Bibliothek an (je Makro: Zweck, Prompt, Use Case, Prüfschritt, Owner).
  • Führe 10-Minuten Prompt-Review pro Woche ein.
  • Setze bei kritischen Outputs immer: ASSUMPTIONS + Plausibilitätscheck + Verantwortlichkeit.
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